ICH

FRAMES und FREIHEIT.

Mit rund zehn Jahren hat meine Mutter mir das erste Mal ihre alte Kamera in die Hand gegeben und mir ganz grob erklärt, was zu tun ist bevor ich knipsen kann und warum das so ist. Seitdem fasziniert mich, wie das Drehen an diesen kleinen Rädchen für Belichtungszeit oder Blende ebenso wie meine Wahl der Motive und Ausschnitte die Wirkung der Fotos drastisch beeinflussen und wie sich so ganz neue Blickwinkel auftun. Ich war verliebt! 
Schwer beeindruckt vom menschlichen Körper wurde mir außerdem zum ersten Mal klar, dass unser Auge offensichtlich ganz automatisch das Erfassbare scharf und klar stellt – ohne, dass wir dies sonderlich steuern müssen oder eben können. 
Mit der Kamera fühlte ich mich nun um ein drittes, steuerbares Auge bereichert, mit dem ich spielerisch meine Welt erkunden, zeigen und verzerren kann und das mich außerdem ständig auf die Suche nach Eindrucksvollem und Besonderem bringt.

Viele Jahre knipste ich mit von Verwandten ausgemusterten Kameras weiter vor mich hin bis ich endlich mal einen festen Lohn auf meinem Konto hatte, mit dem ich mir direkt meine erste Spiegelreflex Kamera besorgte.
Ich experimentierte, fotografierte Freunde, Familie, Tiere und was mir sonst so vor die Linse sprang und eignete mir mit Büchern und Kursen immer mehr Wissen über diese Kunsttechnik an.
Ich liebte meine neue, treue Wegbegleiterin und hatte ein Gefühl von Freiheit und Reichtum im Bauch. 
[Ja, ich habe wohl ein einigermaßen pathetisches Verhältnis zu meiner Kamera.]

Was ich auf meinen Fotos einfangen / darstellen möchte:
Charakter, Attitüde, Leben.
Grübchen, Schmunzeln, Emotionen. 
Perspektivenwechsel und Interpretationsspielraum. 
Bilder des Protests. 
„Schönes.“ 
Vielsagendes und Mehrdeutiges.v

RICHTUNGEN / STIL:
Ich begeistere mich für Street-Photography, ‚politische Fotografie‘, inszenierte Fotoshootings die Individualität und schöne Menschen zeigen, Fotos im Grünen und Maritimen, Tier-Portraits und das Einfangen von Industrieromantik.

Bei Shootings in einem Studio-ähnlichen Setting lege ich Wert darauf, dass die Inszenierung zu den entsprechenden Menschen passt bzw. deren Wirkung gut ergänzt. Dafür nehme ich mir gerne die Zeit um eine entsprechende Atmosphäre zu kreieren – ich will mehr von den Menschen zeigen als ihr einstudiertes Selfie-Grinsen. Dahinter verbirgt sich in der Regel weitaus Interessanteres und Ausdrucksvolleres.

Was ich ansonsten so tue? 
Möglichst gut sein. Möglichst aufmerksam sein. Möglichst frei sein. Möglichst viel lieben. Möglichst empathisch sein. Möglichst viel reisen, lernen, bewegen. Möglichst solidarisch sein.

Gerne bin ich aufmüpfig, kritisch, offensiv, wütend. Oft bin ich am Grübeln und Sinnieren, beinahe genauso oft will ich erleben anstatt zu viel zu denken und suche Abenteuer, Risiko und alles was neu ist.

Wenn ich mich im Alltag auch zwischen Job und Miete herumtreibe habe ich wohl so etwas wie eine Vagabunden-Seele… die ich stets am Leben halten will.
Ich will mich frei machen von der Jagd nach falscher Sicherheit, Macht und Reichtum. Ich brauche nicht mehr Zeug sondern mehr Leben. Am meisten in meinem Element bin ich wohl als stinkende Jakobspilgerin mit Blasen an den Füßen, beim sonstigen Herumstreunern irgendwo auf der Welt mit der Canon im Gepäck und Menschen im Blick und natürlich bei meinen Liebsten.

Achja, in meinem beruflichen Leben habe ich die Ehre, eine Truppe jugendlicher Mädchen durch die wohl spannendste Lebensphase überhaupt zu begleiten: irgendwas zwischen auf Bäume klettern und Führerscheinprüfung.

Damit kannst du dir über einen Teil von mir ein Bild machen. Danke für’s Lesen.

See also...

See also...